Wir glauben fest daran, dass man den Lauf des Lebens beeinflussen und auch so etwas wie das Leonhardsviertel mitgestalten kann. Wir halten das Viertel nicht für einen Schandfleck mitten in Stuttgart.
Wir mögen den etwas provinziell wirkenden, doch auch verruchten Ort, der dem Gesicht Stuttgarts eine sympathische Lebensfurche ins moderne S 21 Gesicht malt.
Wir können Mercedes und Porsche, wir können aber auch Multikulti, Puff und Currywurst. Trotzdem muss etwas geschehen, damit das Leonhardsviertel auch in der Zukunft seinen ganz besonderen Charme entfalten kann. Wir würden sehr gerne einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, das Leonhardsviertel wieder ein Stück attraktiver zu machen, für die Besucher, für die Gastronomen und die Geschäftsbesitzer und vor allem für die Bewohner.

Unser Revier - Leo, ein Teil von uns!

Leonhardstraße

Die heutige Leonhardstraße war früher einmal die Totengasse. Der Weg, der auf dem Henkersplatz Hingerichteten führte über die Totengasse zum Leonhardsfriedhof.

Neben und um die Leonhardskirche befand sich seit 1430 der Leonhardsfriedhof, der bis 1799 genutzt wurde.

Am 29. April 2013 wurden Poller am Eingang der Leonhardsstraße in den Asphalt gerammt. Es sollte sich um einen einjährigen Versuch handeln, den Freiersuchverkehr einzuschränken. Die jahrelangen Proteste der Anwohner und Gewerbetreibenden wurden von der Stadtverwaltung ignoriert.
Mittlerweile hat man sich daran gewöhnt und „Corona sei Dank“ wird seit 2020 die Leonhardstraße von den Gastronomiebetrieben im Sommer schön bespielt.

Weberstraße

Im ehemaligen Spielzeugmuseum liegt nun das Clubhaus der Hells Angels. Seit July 2014 heißt das Vereinsheim nun M/C Stuttgart. Das Oberlandesgericht Hamburg hat im April 2014 das Tragen von Emblemen der Hells Angels verboten.
Die Häuser zwischen der Weber- und der Richtstraße sind die letzten und ältesten ihrer Art, die ihren Charakter über viele Jahrzehnte fast unverändert bewahren konnten. In der Weberstraße, die den Verlauf der ehemaligen Stadtmauer nachzeichnet, kann man noch ahnen, wie eng zu Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut wurde.
Zugang zu einem der ersten Abwasserkanäle der Stadt aus dem Jahr 1889.

Wilhelmsplatz

Auf dem heutigen Wilhelmsplatz wurden bis 1811 die Hinrichtungen mit dem Schwert vollzogen. 1581 wurde eine runde Mauer errichtet, die mit Erde gefüllt wurde. Auf dieser Plattform wurden die Hinrichtungen durchgeführt. Wegen ihrer Form ähnlich eines Käserads wurde sie im Volksmund bald der „Käs“ genannt.
Seit 1994 wird hier das sehr beliebte „Henkersfest“ gefeiert – reichlich makaber an einem Ort, an dem in den Jahren 1581 bis 1811 zahlreiche Menschen ums Leben gebracht wurden.
Friedrich I. war von 1806 bis 1816 der erste König von Württemberg. Im Jahre 1811 leitete er in der ganzen Stadt eine Straßennamenreform ein. Dabei verewigte der König auch seine Familie in den neuen Straßennamen. Auch nach 1811 wurden Straßen und Plätze nach Verwandten von König Friedrich benannt.
Die Wilhelmstraße und der Wilhelmsplatz wurden nach seinem Sohn Wilhelm I, welcher von 1816 bis 1864 der zweite König von Württemberg war, benannt.
Sigmund-Brunnen Der Name des Brunnens, der mehrere Male versetzt wurde, geht auf seinen Standort in der Zeit zwischen 1863 bis 1968 zurück, als er in der Hauptstätterstraße 29 vor der Metzgerei Sigmund aufgestellt worden war. Der Brunnen wurde – mit Unterstützung aus den Mitteln der Stiftung Stuttgarter Brünnele – im Jahre 2002 renoviert.
In der Zeit des zweiten Weltkrieges wurde unter dem Platz ein Bunker gebaut. Den Eingang zum Wilhelmsplatzbunker sieht man heute noch sehr gut, die Treppe ist mit einem Gitter abgesperrt. Nach dem Krieg wurde diese Anlage als Lagerraum von der Schutzpolizei genutzt, zudem 31 Kabinen von Oktober 1947 bis Anfang 1954 als Hotel-Zimmer. Der Schutzraum ist heute immer wieder Ort für Ausstellungen und andere kulturelle Aktivitäten. So hat dort zum Beispiel 2006 Diane von Württemberg im Rahmen der „Langen Nacht der Mussen“ eine Vernissage veranstaltet.


Heute findet auf dem Wilhelmsplatz jeden Freitag Wochenmarkt von 12-18 Uhr statt.

Hauptstätter Straße

Der Name Hauptstätter Straße stammt nicht, wie man vermuten könnte, von dem Wort Hauptstadt, sondern von Hauptstätte. Das heißt, dies war der Weg zur Hinrichtungsstätte, die sich vor dem Hauptstätter Tor am heutigen Wilhelmsplatz befand, auf dem unter anderem Menschen geköpft wurden, bis diese Hinrichtungsstätte 1811 in die Feuerbacher Heide verlegt wurde.

Seit Beendigung der Umbaumaßnahmen für die Stuttgarter Straßenbahnen Mitte 1972 wird die Hauptstätter Straße komplett für den Straßenverkehr genutzt, alle Bahnen fahren seitdem unterirdisch. Zu diesem Zweck wurden alte Stadtmauerreste aus rotem Sandstein (Höhe Torstraße) beseitigt.
Wer die B 14/Hauptstätter Straße vomHeslacher Tunnel aus befährt, fährt nicht durchgehend oberirdisch, sondern unterquert am Österreichischen Platz und am Wilhelmsplatz sowie in der Weiterführung am Charlottenplatz und an der Schillerstraße die kreuzenden Straßen. Dem zuletzt genannten Verkehrsknoten zwischen Wagenburgtunnel und Hauptbahnhof an der Konrad-Adenauer-/Willy-Brandt-Straße wurde der Name Gebhard-Müller-Platz gegeben.

Zu den größten städtebaulichen Projekten Stuttgarts gehört eine geplante Deckelung der B 14 im Bereich des City-Rings. Im Frühjahr 2006 wurde der erste Teil des Projekts zwischen Charlottenplatz und Wilhelmspalais umgesetzt.

1926
1968
1990

Richtstrasse

Die Richtstrasse oder auch das Scharfrichtergäßlein, wie die Straße bis zu ihrer Umbenennung im Jahre 1811 hieß, ist die schmalste Gasse in Stuttgart!

Die Weber- und Richtstraße zeigen noch den Verlauf der einstigen Befestigung an.

Der Scharfrichter, der auch als Schinder (Abdecker für tote Tiere) arbeitete, wohnte in der Richtstraße, sozusagen neben seinem Arbeitsplatz.
Jenseits der Mauer befand sich seit 1581 der Stuttgarter Richtplatz – die Haupt-Statt – nach dem die Hauptstätter Straße benannt ist. Man kann davon ausgehen, dass in der Richtstraße den Schuldigen der Garaus gemacht wurde.

Wegen der Nähe zur Richtstätte waren Weber- und Richtstraße keine besonders bevorzugte Gegend.

Jakobstraße

Den Eingang zur Jakobstraße säumen gleich zwei Barockhäuser:

Das Haus an der Ecke Jakobstraße/ Leonhardstraße 1, 1769 für den Schlosser Carl Friedrich Wölfle errichtet, gilt als eines der wenigen – gut erhaltenen – Barockhäuser der Stadt.

Das Barockhaus Ecke Jakobstraße/Leonhardsplatz wurde zwischen 1750 – 1800 errichtet.

Seit 20 Jahren gibt es die „Anlaufstelle für Frauen in der Prostitution“, wie das Cafe „La Strada“ als Einrichtung der Caritas in der Jakobstraße offiziell heißt.

Bild unten: Tradition hat inzwischen das jährliche Sommerfest im Juni.

Zimmermann wurde am 2. Januar 1807 im Haus an der Jakobstraße 6 geboren. In dessen Erdgeschoss wird heute Bier ausgeschenkt, in der Jakobstube. An deren Eingang hängt seit dem 2. Januar 2014 jene Gedenktafel, die an Zimmermann erinnert. Der hatte es als Sohn eines Wagenlackierers zum Theologen, Dichter, Historiker und Abgeordneten der Nationalversammlung gebracht. Vor allem aber war er ein linker Freidenker.
Heute lebt und arbeitet in diesem Haus Heinrich Huth. Er ist Vorsitzender des Ortsvereins der SPD Stuttgart Mitte.

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