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Thekengespräche...hasta la vista, baby ...

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von Jenny Treppschuh 

...hasta la vista, baby  ...

nur damit das klar ist, ich war auf keinem Selbsterfahrungstrip oder sowas, es ist auch nicht mein Hobby, mich mit der Justiz anzulegen, wer fährt schon gern freiwillig in den Knast ein. Es war eigentlich nur Schlamperei , daß ich meine Knöllchen für falsches Parken nicht bezahlt habe.  Als ich dann auch noch das ganze Mahnverfahren  ignorierte, drohte das Gericht mit  1 Woche Erzwingungshaft -  allerdings, und das erfuhr ich erst später,  ist der Knast nicht optional, nein mein Freund, das Bußgeld musst du trotzdem bezahlen. Also, Haftantritt in  JVA-Schwäbisch Gmünd. Wer nicht erscheint, den holte die Plembe ab. Die wollten mir zeigen, dass sie es ernst meinen. In der Vorladung stand noch genau was ich nicht mitbringen durfte. Keine Kosmetik , Seifen ,Parfums, keine Zeitungen! kein Handy! unter uns, ich bin kein Mädchen, dass mit sowas umgehen kann, aber was soll´s.

Wahrscheinlich hielten die mich sowiso alle für bescheuert: geht freiwillig in den Knast, wegen so einer Lapalie. Naja, zuerst führten die mich in eine Aufnahmezelle. Ich mußte alles abgeben was ich bei mir hatte, mich nackt ausziehen,  duschen und bekam Anstaltskleidung. Das war so der echte Knackie-Look.  Dann gings ab in die Haftzelle. Da saß schon eine Typin namens Anja drin. Im Knast leiden die ja auch unter Platzmangel. Aber wir kamen ins Gespräch und sie erzählte mir ihre Geschichte :  (Anja erzählt) " ...also, ich kam grade aus dem Concha und da sah ich dieses Paar, sie war ne richtig schöne Frau, eine Dame, Designerklamotten, Schmuck, teure Schuhe, toller Haarschnitt, alles was dazugehört und da war so ein Typ bei ihr, war wohl ihr Begleiter und  der hat ihr plötzlich eine gescheuert, mitten auf der Straße, auf dem Parkplatz vor dem Restaurant am Wilhelmsplatz - und da bin ich dann dazwischen gegangen. Im Erziehungsheim wurde ja viel geprügelt, auch die Mädchen untereinander, ich kannte mich also aus, wie sowas funktioniert und mit einem gezielten Fußtritt gegen das Schienbein verlor er ganz schnell sein seelisches Gleichgewicht, und machte sich mit seiner Karre kleinlaut vom Acker . Dass wiederum muß der Frau, sie hieß Charlotte,  irgendwie imponiert haben. Sie lud mich zu einem Prosecco im Concha ein. Dort an der Bar erzählte sie mir die ganze Geschichte, Charlotte´s  Ehemann, ein  Unternehmer, starb überraschend an einem Herzinfarkt und weil sie vom Geschäft nichts verstand, mußte sie sich mit dem amtierenden Geschäftsführer und Prokuristen gut stellen, damit der Laden weiterlaufen konnte. Und wie das so geht, sie wurde seine Geliebte. (typisches Frauenschicksal).  Doch er behandelte sie echt mies. Beschimpfungen, Prügel, das ganze Programm, bis zu dem Abend, als ich dazwischen ging,  da war Ende Gelände.

Ein paar Tage später traf ich Charlotte wieder, wieder an der Bar im Concha, wieder mit Prosecco und da reifte zwischen uns sowas wie ein kleiner Plan heran. Wir würden die Flatter machen.  Frankfurt - Rio, das war´s.  Brasilien liefert nicht so schnell aus.  Voher mußten wir allerding unsere Reisekasse aufbessern. Wir plünderten also gnadenlos sämtliche Firmenkonten, zu denen wir Zugang hatten, vertickten Wertgegenstände, lab-tops,  alles wurde zu Geld gemacht und ein paar Tage später fuhren wir los:  Autobahn -  Frankfurt...leider war das Abenteuer kurz, am Flughafen haben sie uns gekascht.  Ihr Ex hatte natürlich Anzeige erstattet und wir  waren zur Fahndung ausgeschrieben. Piß mir ans Bein,  das war Pech...  Ich weiß,  die Haft wird lang.....hasta la vista, baby!

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