BLOGBEITRAG

UHU frisst Linsen

von Kappler | staedtle.de (Kommentare: 0)

Linsen sind Hülsenfrüchte und können unter Umständen Blähungen verursachen. Das wollen wir nicht vergessen. Deshalb sagen wir es gleich mal vorneweg. Die quälenden Darmwinde könnten der entscheidende Grund dafür sein, warum Uhus normalerweise keine Linsen fressen. Reine Vorsichtsmaßnahme. Da gibt es keinen Unterschied zwischen dem Thüringer Feld-, Wald-und Wiesen-Uhu und unserer Stuttgarter Lokalausgabe, dem Leonhardts-Uhu. Prophylaktisch gilt sozusagen lmrner.You eat lentil, you fart zuviel!"

Es ist einfach nicht toll, wenn Du so als anständiger Uhu nachts allein auf dem Zweig eines Baumes sitzt und Dir wie aus heiterem Himmel so ein Granatending rausfährt, dass sich der ganze Wald zu Tode erschrickt. So etwas ist Uhus unangenehm. Da verzichten sie lieber ganz auf den Verzehr von Linsen. Eigentlich schon schade, aber wenn so ein Uhu mal eine Entscheidung getroffen hat, dann gibt er sie so leicht nicht mehr auf. Und mal ganz ehrlich, wer will schon furzende Uhus in deutschen Wäldern?

Linsen gelten eigentlich als schmackhafte und gleichzeitig preiswerte Sättigungsbeilage. Darin sind sich Pakistani und Schwaben weitgehend einig. Doch spätestens beim hierzulande ganz und gar unverzichtbaren Saitenwürstchen sind die ernährungsphilosophischen Gemeinsamkeiten von Asien und Europa aufgebraucht. Dass im tiefen Schwabenteller meist noch ein geselchter Bauchlappen durch das braune Linsenmeer schwimmt, macht den Kohl auch nicht mehr fett. Sagt ein altes pakistanisches Sprichwort. Es kann aber auch sein, dass wir da etwas verwechseln. Was ist schon sicher in diesen manchmal unerträglich unsicheren Tagen?

Der auch von Spätzle begeisterte Schwabe legt aber ausdrücklich großen Wert auf die dezidierte Feststellung, dass ein schwäbischer Linseneintopf durchaus die ernährungsrelevanten Inhaltsstoffe vorweisen kann, die ihn zum kompletten und mehr als pappsatt machenden Mahl werden lassen. Bei leicht überteuerten Lokalitäten - ja, die gibt es leider auch im Schwabenland, besonders in der Hauptstadt -, empfiehlt sich der entschiedene Verzicht auf jegliche Sonderbestellungen, die man nicht wirklich braucht und die nur unnötig Geld kosten. Wenn es unbedingt sein muss, bestellen Sie für Ihr Saitenwürstchen etwas Senf und bestehen Sie vehement darauf, dass  Sie erwarten, dass der schwäbische Gastronom seinen Senf schon immer dazu gegeben hat und zwar umsonst. Das gehört sich so. Basta!

Die Linsen kamen an diesem Abend von den Höhenlagen der Schwäbischen Alb. Je höher die Linsen wachsen, desto intensiver ihr Aroma. Ganz nebenbei schützt die Höhe dann auch noch vor den grausamen Attacken der verirrten Heckenscheißer aus Stuttgart. Die Linsen wurden handgepflückt im Morgentau nach Vollmond. Könnte stimmen oder auch nicht, auf jeden Fall schmecken sieqenau so, als ob sie tatsächlich im Morgentau nach Vollmond handgepflückt wurden.

Saulecker, wenn auch ohne Sau. Zubereitet von einem, der es wirklich kann.

Dabei ist er weder Schwabe noch Pakistani, sondern Österreicher, aber wenn man in sein Kochbuch "Stuttgart Cooking" schaut und weiß, dass er fast alles selbst macht, dann freut man sich noch mehr auf ein Treffen mit Johannes Guggenberger. Denn man ahnt:

Dort, wo der Hannes steht, dort irgendwo gibt es den zweiten Teller!

(Idee und Text: Holger Hommel)

Zurück

Einen Kommentar schreiben

 

städtle.de | Für eine liebenswertes Städtle in der Altstadt Stuttgart