BLOGBEITRAG

Stuttgart sagt Stopp - Kein Aprilscherz

von Kappler | staedtle.de (Kommentare: 1)

Leider haben - vor allem osteuropäische - Prostiuierte keine Lobby und keine Chance sich gegen die städtische Willkür zu wehren.

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Kommentar von Rene |

Es macht mich traurig, dass solche Kampagnen und Diskussionen nur einseitig geführt werden können. Ja, Nutten sind Menschen. Menschen über deren Köpfe zur Zeit hinweg entschieden wird, leider auch von der derzeitigen Stuttgarter Regierung. Alle über einen Kamm zu scheren und Meinungsmache zu betreiben ist für mich keine Lösung und einfach nur traurig. Allein der Satz "Was macht die Stadt Stuttgart baurechtlich gegen die Bordelle" zeigt doch in diesem Zusammenhang, dass hier ordentliche Betreiber in einem Satz mit Menschenhändlern und Zuhältern erwähnt werden und vor allem aber, dass hier kein Dialog gewünscht wird. Prostitution ist in Deutschland legal, ich frage mich, warum dann baurechtlich gegen Bordelle vorgegangen werden muss? Ziel dabei sollte es doch sein, sich gemeinsam mit dem Erotikgewerbe Lösungen zu erarbeiten, anstatt dieses mit allen Mitteln bekämpfen zu wollen und in eine Grauzone zu drängen. Nicht alle Sex-Dienstleister sind arme, ausgebeutete psychisch kranke Geschöpfe wie es hier dargestellt wird, die nicht über sich selbst entscheiden können. In welchem anderen Berufszweig nimmt sich der Staat das Recht heraus über die Mündigkeit und erforderliche Einsicht zu entscheiden? In dieser Kampagne wird nicht differenziert, hier geht es um Moralvorstellungen einzelner Individuen, die unter dem Schirm "Frauenrechte", Frauen vorschreiben wollen, was sie zu tun oder zu lassen haben, da nach dieser Meinung freiwillige und selbstbestimmte Prostitution gar nicht existieren kann. Auf der anderen Seite werden von der Stadt Stuttgart fleißig Steuern kassiert, von den gleichen armen ausgebeuteten Geschöpfen und den hier als Menschenhändler und Zuhälter angeprangerten Bordellen. Ich frage mich, in wie weit diese Doppelmoral und Selbstbeweihräucherung noch vorangetrieben werden kann? Aber Hauptsache erst ein Mal Steuergelder für eine unreflektierte, moralbehaftete Kampagne zu verschwenden anstatt wirklich zu helfen. Echte Menschenhändler haben keine Angst vor Plakaten und Schwarz oder Weiss gibt es nur in Märchen.

 

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